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	<title>Andreas Venzke</title>
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	<description>Willkommen auf meiner Website!
Hier bitte nichts Spektakul&#228;res erwarten! Ich bin Schriftsteller ...
Aber ich kann hier ein bisschen mehr bieten als nur die Buchstaben auf dem Papier. Gem&#228;lde von J&#246;rg Herz Um mich geht es, um
ANDREAS VENZKE.
Entsprechend der Wikipedia sind die wichtigsten Daten zu mir:
Andreas Venzke, geboren 1961 in Berlin, legte 1979 sein Abitur ab und schrieb sich anschlie&#223;end an der FU Berlin ein. Er studierte Germanistik, Publizistik und Kunstgeschichte. Nach dem Studium arbeitete er zun&#228;chst f&#252;r das Geschichtsmagazin Damals, f&#252;r dpa und f&#252;r die Spielzeit des SDR, au&#223;erdem f&#252;r verschiedene Tageszeitungen. Nebenher &#252;bersetzte er B&#252;cher wie das Bordbuch des Kolumbus. Seit 1988 lebt Andreas Venzke, der inzwischen verheiratet und Vater von drei Kindern ist, als Schriftsteller in Freiburg im Breisgau.
Und was den Schriftsteller angeht: Es liegt etwas Neues vor, seltsam passend zur Zeit, wie jemand Bestimmter sagen w&#252;rde: Etwas ganz Gro&#223;es!</description>
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		<title>Andreas Venzke</title>
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		<title>Eriksland</title>
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		<dc:creator>Andreas Venzke</dc:creator>



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&lt;p&gt;Gerade erschienen &lt;br class='autobr' /&gt;
Was f&#252;r ein Thema! So alt und doch (Amerika gedankt, in jeder Hinsicht) brandneu! &lt;br class='autobr' /&gt;
F&#252;nfhundert Jahre lang siedelten auf der Westseite Gr&#246;nlands die Wikinger. Sie trotzten der abgelegenen Gegend nicht nur, sie kultivierten das &#8222;gr&#252;ne Land&#8220;. In dem Roman Eriksland wird erz&#228;hlt, wie dann im 15. Jahrhundert f&#252;r die Wikinger auf der riesigen Insel der Untergang d&#228;mmerte. &lt;br class='autobr' /&gt;
Die Wikinger siedelten auf Gr&#246;nland seit dem Jahr 986 in zwei voneinander getrennten Gebieten: Der im (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://www.andreas-venzke.de/bucher/neuerscheinungen/" rel="directory"&gt;Neuerscheinungen&lt;/a&gt;


		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='https://www.andreas-venzke.de/sites/venzke/local/cache-vignettes/L99xH150/eriksland-cover-36b98.jpg?1743599795' class='spip_logo spip_logo_right' width='99' height='150' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Gerade &lt;a href=&#034;https://www.amazon.de/dp/3819276572/ref=sr_1_1?&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;erschienen&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was f&#252;r ein Thema! So alt und doch (Amerika gedankt, in jeder Hinsicht) brandneu!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;nfhundert Jahre lang siedelten auf der Westseite Gr&#246;nlands die Wikinger. Sie trotzten der abgelegenen Gegend nicht nur, sie kultivierten das &#8222;gr&#252;ne Land&#8220;. In dem Roman &lt;i&gt;Eriksland&lt;/i&gt; wird erz&#228;hlt, wie dann im 15. Jahrhundert f&#252;r die Wikinger auf der riesigen Insel der Untergang d&#228;mmerte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Wikinger siedelten auf Gr&#246;nland seit dem Jahr 986 in zwei voneinander getrennten Gebieten: Der im S&#252;den gelegenen &lt;i&gt;Eystribygd&lt;/i&gt;, den &#214;sterb&#228;uen im Roman, und der davon n&#246;rdlich (und weiter westlich) gelegenen &lt;i&gt;Vestribygd&lt;/i&gt;, den Westerb&#228;uen. Historisch ist verb&#252;rgt, dass in den &#214;sterb&#228;uen das Leben der Wikinger bis zum Beginn des 15. Jahrhundert bestand, vielleicht l&#228;nger. In den Westerb&#228;uen endete es wohl im 14. Jahrhundert.&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_266 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center spip_document_avec_legende' data-legende-len=&#034;29&#034; data-legende-lenx=&#034;&#034;
&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.andreas-venzke.de/sites/venzke/local/cache-vignettes/L500xH347/western-settlement-eng-cd375.png?1743494770' width='500' height='347' alt='Masae - Saga trails, Jette Arneborg, Danmarks Nationalmuseum, ISBN: 87-988378-3-4 Gr&#248;nlands forhistorie,red. Hans Christian Gull&#248;v, Gyldendal 2005, ISBN:87-02-01724-5 &#193; hjara veraldar, Gu&#240;mundur J. Gu&#240;mundsson, S&#246;guf&#233;lagi&#240;, 2005, ISBN: 9979-9636-8-9' /&gt;
&lt;figcaption class='spip_doc_legende'&gt; &lt;div class='spip_doc_titre crayon document-titre-266 '&gt;&lt;strong&gt;Die Westerb&#228;ue (Vestribygd)
&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt; &lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Es gab vor allem zwei Gr&#252;nde f&#252;r den Untergang der Wikinger auf Gr&#246;nland: Einmal kam es im 13. Jahrhundert zu einer lang anhaltenden &#8222;kleinen&#8220; Eiszeit, wodurch die Schiffspassage nach Island und Norwegen immer schwieriger wurde. Au&#223;erdem konnten die Wikinger mit den von ihnen Skr&#228;linger genannten Eskimos (hier den Kalaallit) wohl nicht in Frieden leben. Die Eskimos drangen ab dem 13. Jahrhundert vom Norden Gr&#246;nlands in den S&#252;den vor, und ihre &#252;berliefer&#173;ten Sagen berichten von fortw&#228;hrendem Streit mit den wei&#223;en Siedlern. 1408 ist das Datum, das sich als letztes auf wikingisches Leben in Gr&#246;nland be&#173;zieht. Danach schweigen die Quellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist nicht bekannt, wie die Wikin&#173;ger dann von Gr&#246;nland verschwanden. Als man sich in Europa sp&#228;ter ihrer er&#173;innerte und sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts auf die Suche nach ihnen machte, fand man keinen ihrer H&#246;fe mehr bewohnt. Stattdessen lebten nun die Eskimos in den von ihnen kultivierten Gebieten.&lt;br class='autobr' /&gt;
Vor diesem Hintergrund wird in &lt;i&gt;Eriksland&lt;/i&gt; geschildert, wie sich der Nieder&#173;gang der Wikinger auf Gr&#246;nland abgespielt haben k&#246;nnte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Buch gliedert sich in f&#252;nf Abschnitte, die klassischer Ein&#173;teilung entsprechen: &#220;ber die Einf&#252;hrung zum H&#246;hepunkt und hin zur Kata&#173;strophe.&lt;br class='autobr' /&gt;
Es wird gezeigt, wie sich die &#214;ster- und Westerb&#228;ue so verfeindet haben, dass zwischen ihnen keine Beziehung mehr besteht. Unterschiedliche Herrschaftssysteme sind errichtet. Ein Grund daf&#252;r war ein Krieg, den die vereinten Wikinger gegen die Skr&#228;linger gef&#252;hrt und verloren hatten. &#220;ber allem liegt nun ein unbekannter Fluch, der &#252;ber das weitere Schicksal der Wikinger entscheidet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Roman hat einen eigenen, urt&#252;mlichen Stil. Vorbild sind die wikingischen Sagas, wo moderne Erz&#228;hlelemente wie R&#252;ckblick, eingehende Personencharakterisierung, Perspektivwechsel, Innenschau nicht vorkommen. Die Spannung ergibt sich aus dem Fortgang der Handlung. Alles Gewicht liegt auf dem Erz&#228;hlerischen. So wird dem Leser seine Souver&#228;nit&#228;t nicht genommen. Er wird nicht an der Leine gef&#252;hrt. Es wird nicht moralisiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Sprache ist dem Stil angeglichen. In &lt;i&gt;Eriksland&lt;/i&gt; wird einfach und klar erz&#228;hlt, nackt bis auf die Haut.&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_267 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center spip_document_avec_legende' data-legende-len=&#034;28&#034; data-legende-lenx=&#034;&#034;
&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.andreas-venzke.de/sites/venzke/local/cache-vignettes/L500xH437/eastern-settlement-eng-42b2e.png?1743494770' width='500' height='437' alt='Masae - Saga trails, Jette Arneborg, Danmarks Nationalmuseum, ISBN: 87-988378-3-4 Gr&#248;nlands forhistorie,red. Hans Christian Gull&#248;v, Gyldendal 2005, ISBN:87-02-01724-5 &#193; hjara veraldar, Gu&#240;mundur J. Gu&#240;mundsson, S&#246;guf&#233;lagi&#240;, 2005, ISBN: 9979-9636-8-9' /&gt;
&lt;figcaption class='spip_doc_legende'&gt; &lt;div class='spip_doc_titre crayon document-titre-267 '&gt;&lt;strong&gt;Die &#214;sterb&#228;ue (Eystribygd)
&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt; &lt;/figcaption&gt;&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Christoph Kolumbus</title>
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		<dc:creator>Andreas Venzke</dc:creator>



		<description>
&lt;p&gt;Nun als E-Book herausgebracht, noch immer aktuell ... &lt;br class='autobr' /&gt;
Ausgel&#246;st durch die Black-Lives-Matter-Bewegung wurden in den USA, aber auch in anderen Teilen der westlichen Welt, Denkmale ber&#252;hmter geschichtlicher Pers&#246;nlichkeiten gest&#252;rzt. Dazu z&#228;hlte etwa der Pr&#228;sident Jefferson Davis und der General Robert E. Lee, zentrale Gestalten der Sklavenhaltergesellschaft der S&#252;dstaaten. Und immer wieder tauchte auch der Name desjenigen auf, den wirklich jeder kennt: Christoph Kolumbus, der &#8222;Entdecker (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://www.andreas-venzke.de/bucher/neuerscheinungen/" rel="directory"&gt;Neuerscheinungen&lt;/a&gt;


		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='https://www.andreas-venzke.de/sites/venzke/local/cache-vignettes/L91xH150/arton70-fb521.jpg?1678947063' class='spip_logo spip_logo_right' width='91' height='150' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Nun als &lt;a href=&#034;https://www.amazon.de/Christoph-Kolumbus-Andreas-Venzke-ebook/dp/B07N4D3W41/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dchild=1&amp;keywords=venzke+rowohlt&amp;qid=1585047189&amp;sr=8-2&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;E-Book&lt;/a&gt; herausgebracht, noch immer aktuell ...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ausgel&#246;st durch die Black-Lives-Matter-Bewegung wurden in den USA, aber auch in anderen Teilen der westlichen Welt, Denkmale ber&#252;hmter geschichtlicher Pers&#246;nlichkeiten gest&#252;rzt. Dazu z&#228;hlte etwa der Pr&#228;sident Jefferson Davis und der General Robert E. Lee, zentrale Gestalten der Sklavenhaltergesellschaft der S&#252;dstaaten.&lt;br class='autobr' /&gt;
Und immer wieder tauchte auch der Name desjenigen auf, den wirklich jeder kennt: Christoph Kolumbus, der &#8222;Entdecker Amerikas&#8220;. Seine Statue wurden etwa in Boston gest&#252;rzt, einem der wichtigsten europ&#228;ischen Siedlungsorte nach der Entdeckung Amerikas, genauer: &#8222;enthauptet&#8220;, aber auch in Baltimore und Richmond und anderen St&#228;dten.&lt;br class='autobr' /&gt;
K&#246;nnen wir heutigen Zeitgenossen wirklich dar&#252;ber richten, was historische Gestalten angerichtet haben? Kann man auch Georg Washington daf&#252;r verdammen, sozusagen im Schatten seiner absolut aufgekl&#228;rten Geisteshaltung Sklavenhalter gewesen zu sein? Oder Winston Churchill daf&#252;r, sein Land und damit Europa und den Rest der Welt an vorderster Front gegen das Nazibarbarentum verteidigt zu haben, aber zugleich ein f&#252;rchterlicher Rassist gewesen zu sein? Sollen wir heute nur noch als Vorbild anerkennen, wer als historisch bedeutende Person sittlich eine reine Weste hatte?&lt;br class='autobr' /&gt;
Was Kolumbus angeht: Was kann denn der daf&#252;r, dass sozusagen im Kielwasser seiner &#8222;Entdeckung&#8220; Millionen von Menschen ihr Leben lassen mussten? So wird in seinem Fall bis heute &#8211; polemisch &#8211; gefragt. Und hat nicht in der Folge seiner Tat ganz Amerika die europ&#228;ische Zivilisation angenommen?&lt;br class='autobr' /&gt;
Tats&#228;chlich kann (und muss) man hier auch heute noch aufkl&#228;ren, ist doch in seinem Fall die wei&#223;e Weste v&#246;llig verdreckt.&lt;br class='autobr' /&gt;
Um Kolumbus ist ein solcher Nimbus geschaffen worden, dass den meisten Zeitgenossen immer noch nicht bekannt ist, dass er eben nicht nur der &#8222;Entdecker Amerikas&#8220; war, sondern jemand, der durch seinen vermeintlich leichten Zugang nach Ostasien sein Leben auf eine ganz neue Stufe stellen wollte, n&#228;mlich Herrscher &#252;ber die von ihm entdeckten Gebiete zu sein. Und dazu war er bereit, auch &#252;ber Leichen zu gehen. Das Bild des Kolumbus ist wirklich der Inbegriff f&#252;r eine Denkmalskultur, die fragw&#252;rdig ist, bezeichnend jedoch f&#252;r die europ&#228;ische Kolonialzeit. Aber ihn deswegen st&#252;rzen?&lt;br class='autobr' /&gt;
Vielleicht passt zu dieser Auseinandersetzung, dass vor kurzem ein Buch wieder neu erschienen ist, ganz modern als E-Book, worin die Rolle des Kolumbus exemplarisch beleuchtet wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://www.amazon.de/Christoph-Kolumbus-Andreas-Venzke-ebook/dp/B07N4D3W41/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dchild=1&amp;keywords=venzke+rowohlt&amp;qid=1585047189&amp;sr=8-2&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Andreas Venzke: Christoph Kolumbus&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So kann sich jeder selbst ein Bild machen &#8211; und mal skeptischen Gem&#252;ts den n&#228;chstgelegenen Kolumbus-Gedenkort aufsuchen. Er wird &#252;berall leicht zu finden sein.&lt;br class='autobr' /&gt;
Dazu hier der Auszug:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &lt;/p&gt;
&lt;h2 class=&#034;spip&#034;&gt;Exkurs: Einige Anmerkungen zur Kolonisationsgeschichte Amerikas&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Im gesamten Raum der Karibik lebten vor der Ankunft der Europ&#228;er etwa 750000 Menschen, wenigstens ein Drittel davon auf Hispaniola. Der gr&#246;&#223;te Teil der Bev&#246;lkerung z&#228;hlte zu den Aruak, einem friedlichen Indianervolk, das heutzutage als ausgerottet gilt. Einen geringen Teil machten die Kariben aus, die aufgrund ihrer isolierten Siedlungsgebiete und ihrer Bereitschaft zum Widerstand der Vernichtung um etliche Jahrzehnte entgingen. Der Kannibalismus, den sie praktizierten, lieferte jedoch bald eine &#228;u&#223;erst willkommene Rechtfertigung f&#252;r das grausame Vorgehen gegen die Indianer insgesamt. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts diente Hispaniola als Ausgangspunkt der Kolonialisierung Amerikas; von hier brachen M&#228;nner wie Hern&#225;n Cort&#233;s, Francisco Pizarro und Vasco Nunez de Balboa zu ihren Entdeckungsfahrten in der Neuen Welt auf. Jedoch r&#252;ckte die Insel schon vor der Mitte des 16. Jahrhunderts aus dem Blickfeld der Kolonisatoren, die sich auf der Jagd nach Gold zuerst nach Kuba und schlie&#223;lich nach Mittelamerika wandten. Die Goldvorkommen auf der ausgepowerten Insel waren bereits um das Jahr 1550 ersch&#246;pft; die weitere Zukunft Hispaniolas, wie nahezu des gesamten karibischen Raums, stand im Zeichen des Zuckerrohrs, zu dessen Anbau aber Tausende afrikanische Sklaven in die sich entv&#246;lkernden Gebiete Westindiens verschleppt wurden.&lt;br class='autobr' /&gt;
Die Vernichtung der urspr&#252;nglichen Bev&#246;lkerung Hispaniolas dr&#252;ckt sich in erschreckenden Zahlen aus: Nach einer Z&#228;hlung im Jahr 1508 lebten auf Hispaniola nur noch 60000 Eingeborene; und wenn im Jahr 1548 Oviedo in seiner &#171;Historia general de las Indias&#187; anf&#252;hrte, dass dort nicht einmal mehr 500 Indianer am Leben seien, dann belegt diese Angabe, dass die Aruak auf Hispaniola bereits zu jener Zeit fast vollst&#228;ndig ausgerottet waren. Was f&#252;r Folgen die Kolonialisierung des &#252;brigen Amerika hatte, spiegelt sich ebenfalls deutlich in Zahlen wider: So wird etwa gesch&#228;tzt, dass sich im Gebiet Neu-Spaniens (von Kalifornien bis Nicaragua) die indianische Bev&#246;lkerung zwischen 1519 und etwa 1610 von ca. 25 Millionen auf wenig mehr als eine Million Menschen reduzierte. (Sp&#228;ter sollte dann die indianische Bev&#246;lkerung dieses Raumes wieder zunehmen.)&lt;br class='autobr' /&gt;
Die Ausrottung der Indianer in der Karibik stellt also im Grund einen Genozid dar, wenn er auch nicht systematisch betrieben wurde. Dabei ist besonders die Art und Weise hervorzuheben, in der die Kolonialherren mit der Bev&#246;lkerung verfuhren. Ein Beispiel f&#252;r das barbarische W&#252;ten der Spanier auf Hispaniola gibt Las Casas, der &#171;Indianerapostel&#187;: &#171;Sie drangen unter das Volk, schonten weder Kind noch Greis, weder Schwangere noch Entbundene, rissen ihnen die Leiber auf, und hieben alles in St&#252;cken, nicht anders, als &#252;berfielen sie eine Herde Schafe, die in den H&#252;rden eingesperrt w&#228;re. Sie wetteten mit einander, wer unter ihnen einen Menschen auf einen Schwertstreich mitten von einander hauen, ihm mit einer Pike den Kopf spalten, oder das Eingeweide aus dem Leibe rei&#223;en k&#246;nne. Neugeborene Gesch&#246;pfchen rissen sie bei den F&#252;&#223;en von den Br&#252;sten ihrer Mutter, und schleuderten sie mit den K&#246;pfen wider die Felsen. Andere schleppten sie bei den Schultern durch die Stra&#223;en, lachten und scherzten dazu, warfen sie endlich ins Wasser und sagten: da zapple nun, du kleiner schurkischer K&#246;rper! Andere lie&#223;en Mutter und Kind zugleich &#252;ber die Klinge springen, und stie&#223;en sie mit den F&#252;&#223;en vor sich hin. Sie machten auch breite Galgen, so, da&#223; die F&#252;&#223;e beinahe die Erde ber&#252;hrten, hingen zu Ehren und zur Verherrlichung des Erl&#246;sers und der zw&#246;lf Apostel je dreizehn und dreizehn Indianer an jedem derselben, legten dann Holz und Feuer darunter, und verbrannten sie alle lebendig. Anderen banden oder wickelten sie d&#252;rres Stroh um den K&#246;rper, z&#252;ndeten es an, und verbrannten sie. Anderen, die sie blo&#223; deswegen am Leben lie&#223;en, hieben sie beide H&#228;nde ab, banden sie ihnen an, jagten sie so dann fort, und sagten: gehet hin (wohl zu merken) mit diesem Sendschreiben, und bringt euren Landsleuten, die sich ins Gebirge gefl&#252;chtet haben, etwas Neues! Gro&#223;e und Edle brachten sie gew&#246;hnlich folgendergestalt um: sie machten Roste von St&#228;ben, die sie auf Gabeln legten, darauf banden sie die Ungl&#252;cklichen fest, und machten ein gelindes Feuer darunter, bis sie nach und nach ein j&#228;mmerliches Geschrei erhoben, und unter uns&#228;glichen Schmerzen den Geist aufgaben.&#187;&lt;br class='autobr' /&gt;
Diese menschenverachtende Art und Weise, mit der die Spanier gegen die indianische Urbev&#246;lkerung vorgingen, findet ihre Erkl&#228;rung zum einen in der wirtschaftlichen wie geographischen Situation des neuen Erdteils, der in seiner Ferne und Gr&#246;&#223;e den Spaniern wie ein riesiges Bet&#228;tigungsfeld f&#252;r Pl&#252;nderungen vorkam. In einem quasi gesetzlosen Raum konnten sich Gl&#252;cksritter und Profiteure tummeln, die in ihrer Habgier wahrlich &#252;ber Leichen gingen, wobei die ersehnten Sch&#228;tze (jenes &#171;gesegnete Gold&#187;!) in der Hauptsache nur mit Hilfe von Sklavenarbeit gewonnen werden konnten. Zum anderen l&#228;sst sich auf die spanische Geschichte verweisen, die auf dem Weg zum Nationalstaat in die verh&#228;ngnisvolle Inquisition m&#252;ndete, in der alles Nicht-Christliche als feindlich galt. Der Kampf gegen die Mauren hatte kriegserprobte Hasardeure hervorgebracht, die als verarmte Hidalgos (Cort&#233;s) und besitzloses Landvolk (Pizarro) die Reconquista als &#171;Conquista&#187; in der Neuen Welt fortsetzten. In Amerika sollten sie dann allerdings auf einen Gegner treffen, dem sie milit&#228;risch in allen Belangen &#252;berlegen waren. Denn im Vergleich zu den Spaniern, die mit Musketen und Schwertern, auf Pferden, die den Indianern unbekannt waren, und mit den gef&#252;rchteten Bluthunden k&#228;mpften, waren die Kriege der nackten Eingeborenen &#171;nur als Klopffechtereien und Kinderspiel zu betrachten&#187;.&lt;br class='autobr' /&gt;
Von einer eigentlichen &#171;Kolonisation&#187; Amerikas konnte lange Zeit &#252;berhaupt nicht die Rede sein, da die Spanier einzig und allein darauf bedacht waren, die neuentdeckte Weltgegend auszubeuten. In den von Europa weit entfernten Gebieten brauchte man sich keine R&#252;cksichten aufzuerlegen, wenn es darum ging, innerhalb kurzer Zeit enormen Reichtum zusammenzuraffen. F&#252;r die Ausrottung der Indianer war, abgesehen von deren direkter physischer Vernichtung, vor allem das System der &#171;encomienda&#187; verantwortlich, das symptomatisch f&#252;r das menschenverachtende Ziel der Kolonialherren stand, sich mit geringstem finanziellem Einsatz auf dem schnellstm&#246;glichen Weg zu bereichern: Danach wurden jedem Siedler f&#252;r eine bestimmte Zeit des Jahres eine Anzahl Indianer &#171;anvertraut&#187;, der &#252;ber diese seine Schutzherrschaft aus&#252;ben durfte und ihnen christliche F&#252;rsorge angedeihen lassen sollte. Als Gegenleistung mussten sich die Indianer in den Frondienst des &#171;encomendero&#187; begeben. &#171;Wenn sie von den Goldminen zur Feldarbeit zur&#252;ckkehren, die sie zur entsprechenden Jahreszeit betreiben m&#252;ssen, um einer Hungersnot vorzubeugen, empfangen sie ihr Entgelt: Der eine ein Hemd, der andere ein Untergewand, der dritte einen Mantel oder einen Hut. Denn an den Sachen haben sie ihre Freude, und sie gehen auch nicht mehr nackt einher.&#187; Bei der &#171;encomienda&#187; handelte es sich um ein kaschiertes, m&#246;rderisches Zwangssystem, das es den Spaniern im Namen der christlichen Zivilisation erlaubte, sich der Arbeitskraft der Eingeborenen nahezu kostenlos zu bedienen. Zu Tausenden starben die Indianer in den Goldminen; sie verhungerten oder entzogen sich der Zwangsarbeit, indem sie etwa mit Hilfe ihnen bekannter Pflanzengifte den Freitod w&#228;hlten. (Fatalerweise kam hinzu, dass die eingeborene Bev&#246;lkerung obendrein durch in Amerika unbekannte Viruserkrankungen wie Grippe, Pocken oder Masern dahingerafft wurden.) &#171;Diese Sorgfalt oder Seelensorge, welche sie auf dieselben verwendeten, bestand darin, da&#223; sie die Mannspersonen in die Bergwerke schickten, um Gold zu graben, welches eine fast unertr&#228;gliche Arbeit ist. Die Weibsleute schickten sie auf ihre sogenannten Stationen oder Meiereien, wo sie den Feldbau besorgen mu&#223;ten; eine Arbeit, die nur f&#252;r starke und r&#252;stige Mannspersonen geh&#246;rt. Diesen, wie jenen, gaben sie nichts anders zu essen, als Kr&#228;uter und dergleichen Sachen, die keine Kraft haben. S&#228;ugenden M&#252;ttern vertrocknete die Milch in den Br&#252;sten, und in kurzer Zeit starben alle kleinen Kinder dahin. Die M&#228;nner mu&#223;ten ganz abgesondert leben, durften nicht den mindesten Umgang mit den Weibern haben; mithin h&#246;rte die Fortpflanzung g&#228;nzlich auf. Jene kamen vor Arbeit und Hunger in den Bergwerken um; und diese starben auf die n&#228;mliche Art in den Meiereien und sogenannten Stationen.&#187;&lt;br class='autobr' /&gt;
Besonders die Ern&#228;hrung wurde von Beginn an als Mittel zur Unterdr&#252;ckung der eingeborenen Bev&#246;lkerung eingesetzt. In ihrem Kampf gegen die Spanier hatten zum Beispiel die Indianer auf Hispaniola zuerst noch versucht, den Eindringlingen die Nahrungsgrundlage zu entziehen. Sie bebauten ihre eigenen Felder nicht mehr, ein Vorgehen, das Hungersn&#246;te hervorrief und bald auf sie selbst zur&#252;ckschlug. Fast von den Anf&#228;ngen an geh&#246;rte es hingegen zu den Mitteln der Kolonialherren, die Indianer bewusst dem Hunger auszuliefern, indem sie nicht nur deren Vorr&#228;te verbrauchten (nach Las Casas &#171;verzehrt und verschlingt ein Spanier oft in einem einzigen Tage, was f&#252;r drei Familien, jede zu zehn Personen gerechnet, auf einen ganzen Monat gen&#252;gt&#187;), sondern auch r&#252;cksichtslos deren Pflanzungen vernichteten. In diesem Zusammenhang gewinnt auch der Hinweis gro&#223;e Bedeutung, dass die Ackerbaumethoden der Indianer auf den Inseln wenig produktiv waren; im Vergleich erwirtschaftete etwa ein spanischer Bauer selbst unter dem feudalen System seiner Zeit einen drei&#223;igfach h&#246;heren Ertrag.&lt;br class='autobr' /&gt;
Das Los der karibischen Indianer entschied sich am Ende jedenfalls unter dem System der &#171;encomienda&#187;, als sie, zur Sklavenarbeit gezwungen, ihre Felder nicht mehr bebauen konnten und von ihren &#171;Schutzherren&#187; nur v&#246;llig unzureichend ern&#228;hrt wurden, wenn sie nicht gar selbst f&#252;r ihre Verpflegung zu sorgen hatten. Die Kinder der verschleppten und zu Tode geschundenen Eltern blieben au&#223;erdem oft auf sich selbst angewiesen zur&#252;ck, sodass Las Casas zum Beispiel von Kuba berichtete, dort seien w&#228;hrend seines Aufenthalts binnen drei oder vier Monaten 7000 Kinder vor Hunger gestorben, weil ihre V&#228;ter und M&#252;tter in die Bergwerke geschickt wurden.&lt;br class='autobr' /&gt;
Auf dieser &#171;Kolonisation&#187; ruhte im &#220;brigen von Beginn an der Segen einer christlichen Kirche, die in Spanien im Verlauf des 15. Jahrhunderts weit st&#228;rker als in jedem anderen Teil Europas sittlich verfiel. Auch wenn die V&#246;lker, die missioniert werden sollten, in die Sklaverei gef&#252;hrt wurden, so stand dies nicht im Gegensatz zum christlichen Ideal der &#171;N&#228;chstenliebe&#187;. Denn die von der Kirche im gesamten Mittelalter gutgehei&#223;ene Versklavung von Menschen war von Papst Nikolaus V. im Jahr 1454 in der Bulle &#171;Romanus Pontifex&#187; sogar sanktioniert worden. Nach der geltenden Moraltheologie war den &#171;Heiden&#187; ohnehin die ewige Verdammnis gewiss. Dar&#252;ber hinaus war die auf Missionierung bedachte christliche Kirche in entschiedener Weise an der Unterdr&#252;ckung der eingeborenen Bev&#246;lkerung beteiligt. Dabei konnte sich die Kolonisation auf die von Papst Alexander . im Jahr 1493 vollzogene Einteilung der Erde berufen, die in rechtlicher Hinsicht eine &#220;bereignung der betreffenden Weltgebiete bedeutete.&lt;br class='autobr' /&gt;
Die Methode der Missionierung wird durch die sogenannte &#171;Konquistadorenproklamation&#187; (&#171;requerimiento&#187;) &#252;beraus deutlich, die den Indianern als Legitimation f&#252;r ihre Bekehrung und damit einhergehende Unterwerfung vorgetragen wurde: &#171;Gott der Herr hat dem Petrus und seinen Nachfolgern die Gewalt &#252;ber alle V&#246;lker der Erde &#252;bertragen, so da&#223; alle Menschen den Nachfolgern Petri gehorchen m&#252;ssen. Nun hat einer dieser P&#228;pste die neuentdeckten Inseln und L&#228;nder mit allem, was es darauf gibt, den spanischen K&#246;nigen zum Geschenk gemacht, so da&#223; also ihre Majest&#228;ten kraft jener Schenkung K&#246;nige und Herren dieser Inseln und des Festlandes sind. Ihr werdet nunmehr aufgefordert, die heilige Kirche als Herrin und Gebieterin der ganzen Welt anzuerkennen und dem spanischen K&#246;nige als eurem neuen Herrn zu huldigen. Andernfalls werden wir mit Gottes Hilfe gewaltsam gegen euch vorgehen und euch unter das Joch der Kirche und des K&#246;nigs zwingen, wie es sich rebellischen Vasallen gegen&#252;ber geh&#246;rt. Wir werden euch euer Eigentum nehmen und euch, eure Frauen und Kinder zu Sklaven machen. Zugleich erkl&#228;ren wir feierlich, da&#223; nur ihr an dem Blut und an dem Unheil schuld seid, das dann &#252;ber euch kommen wird.&#187; Wenn sich also die christlichen Konquistadoren in jeder Hinsicht auf die Unterst&#252;tzung der Kirche verlassen konnten, die ihnen trotz aller begangenen Untaten stets die Absolution erteilte (es sei an dieser Stelle auf das hinl&#228;nglich bekannte Ph&#228;nomen der engen Verbindung zwischen gewaltt&#228;tigem Verhalten und strikter Fr&#246;mmigkeit verwiesen), so wirkte sich die Bekehrung selbst noch obendrein demoralisierend aus: Den Indianern wurde n&#228;mlich im Jenseits ein Paradies versprochen, auf Erden aber waren sie zu Demut und Gehorsam gegen&#252;ber ihren Herren verpflichtet.&lt;br class='autobr' /&gt; &lt;br class='autobr' /&gt;
Zu dieser Entwicklung, die zur Ausrottung ganzer Volksgruppen f&#252;hrte, trug auch Kolumbus einen erheblichen Teil bei, obwohl der Admiral auf Hispaniola wenigstens zu Beginn mit allen Mitteln versucht hatte, die &#220;bergriffe der Spanier gegen die Indianer zu unterbinden. Auch aus diesem Grund waren st&#228;ndig Rebellionen gegen ihn aufgeflammt, die er schlie&#223;lich nicht mehr unter Kontrolle halten konnte. Das Aufbegehren der Kolonialisten gegen ihren Vizek&#246;nig entz&#252;ndete sich an seinem Vorsatz, das Land in einer Weise auszubeuten, die auf planvolles Vorgehen angelegt war. Dazu h&#228;tte er eine Gefolgschaft ben&#246;tigt, die seinen Anordnungen und Befehlen Folge leistete. Jedoch hatten sich nach &#171;den Indien&#187; immer nur M&#228;nner begeben, die das Gold mit vollen H&#228;nden sch&#246;pfen und die sich durch keine Anweisung einschr&#228;nken lassen wollten. Unter allen diesen befinden sich keine sechs, die nicht vorhaben, so viel Geld als m&#246;glich zu sammeln, um sich dann bei der ersten Gelegenheit davonzumachen. Das Ziel des Kolumbus war demnach die geordnete Unterwerfung des Landes, der das individuelle Interesse der einzelnen Spanier nach m&#246;glichst rascher Bereicherung entgegenstand. Sie ha&#223;ten mich auch, weil ich ihnen nicht erlauben wollte, nur zu zweien oder zu dreien oder gar allein das Land zu durchstreifen, wie sie bereits begonnen hatten; da in &#228;hnlichen F&#228;llen die Indianer schon viele von ihnen get&#246;tet hatten und noch weitere t&#246;ten w&#252;rden, wenn sie nicht durch mich davor beh&#252;tet worden w&#228;ren. Unter solchen Umst&#228;nden w&#228;re die K&#252;hnheit der Eingeborenen derart gro&#223; geworden, da&#223; sie mich schlie&#223;lich von der K&#252;ste vertrieben h&#228;tten, ohne da&#223; es zu einer Schlacht gekommen w&#228;re, wenn mir nicht Gott geholfen h&#228;tte. Wenn der Admiral anf&#228;nglich gewisse Rechte der Indianer anerkannte, so geschah dies einzig aus der Absicht heraus, sie in organisierter Form zu dienenden Untertanen zu machen, denn nur auf diese Weise lie&#223; sich ihnen ein m&#246;glichst gro&#223;er Ertrag abpressen. Das von Kolumbus auf Hispaniola eingef&#252;hrte Tributsystem, das jeden einzelnen Indianer zu allerh&#228;rtester Fron zwang und das nur aufgrund der anarchischen Zust&#228;nde unter den Spaniern nicht wirklich geordnet durchgef&#252;hrt werden konnte, stempelt ihn exemplarisch zu einem jener bedenkenlosen Gesch&#228;ftsm&#228;nner seiner Zeit. So stellte er beispielsweise auch eine genaue Berechnung dar&#252;ber an, wie pro Jahr 4000 Sklaven und 4000 Zentner Holz nach Spanien verschifft und dort gewinnbringend verkauft werden k&#246;nnten.&lt;br class='autobr' /&gt;
Nur in der Qualit&#228;t unterschied sich Kolumbus also von all jenen ber&#252;chtigten Konquistadoren, die auf der Suche nach Gold die indianischen Kulturen r&#252;cksichtslos &#252;berrannten. Seine Unterdr&#252;ckung der Bev&#246;lkerung war schon auf Systematik angelegt, wie sie sich in dem sp&#228;teren System der &#171;encomienda&#187; manifestierte; und da der Vizek&#246;nig der Indien stets danach trachtete, seine Machtposition durch wirtschaftlichen Erfolg zu untermauern, finden sich bei ihm auch all jene Ma&#223;nahmen ausgef&#252;hrt oder vorgedacht, welche die Politik der Kolonialherren bestimmen sollten. Diese Vorgehensweisen reichten von der Versklavung der einheimischen Bev&#246;lkerung bis zu deren physischer Vernichtung; und zur Unterwerfung des Landes wurde selbst auf Methoden wie den bewussten Einsatz des Alkohols zur&#252;ckgegriffen oder auf das Sch&#252;ren von Intrigen unter den verschiedenen Indianergruppen: &#171;In seinem Entschlu&#223; wurde der Admiral auch noch durch die Erw&#228;gung best&#228;rkt, die Zwietracht unter den H&#228;uptlingen erleichtere ihm die Unterjochung des Landes.&#187; Zum Bild des Kolumbus als Kolonisator geh&#246;rt schlie&#223;lich auch seine fanatische Religiosit&#228;t, die f&#252;r sein Leben in einem solchen Ma&#223; bestimmend war, dass ihn selbst die Berechnung, wie viel Gold er den Indianern abpressen k&#246;nnte, um damit das heilige Grab zu befreien, in keinen Widerspruch verwickelte. Ganz im Sinne seiner Zeit sprach er auch sp&#228;ter aufrichtig von dem Dienst, den wir Unserem Herrgott durch die Rettung so vieler Seelen leisteten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#169; Andreas Venzke&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aus: &lt;a href=&#034;https://www.amazon.de/Christoph-Kolumbus-Andreas-Venzke-ebook/dp/B07N4D3W41/ref=sr_1_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&amp;dchild=1&amp;keywords=venzke+rowohlt&amp;qid=1585047189&amp;sr=8-2&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Andreas Venzke: Christoph Kolumbus. Rowohlt. E-Book 2019&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Martin Luther</title>
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		<dc:creator>Andreas Venzke</dc:creator>



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&lt;p&gt;Liebe junge Leser, &lt;br class='autobr' /&gt;
ich wei&#223;, wie schwer es ist, euch zu erreichen &#8211; und euch &#252;berhaupt richtig anzusprechen. Weiter unten findet ihr ein paar Informationen &#252;ber mein neustes Buch &#252;ber Martin Luther. Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, wie man sich in eurem Alter f&#252;r ein solches Thema interessieren kann. Trotzdem wei&#223; ich, dass es etliche unter euch geben muss, die vor einem solchen Buch bzw. einem solchen Thema nicht zur&#252;ckschrecken. Viele sind ja in eurem Alter auf Sinnsuche. (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://www.andreas-venzke.de/bucher/neuerscheinungen/" rel="directory"&gt;Neuerscheinungen&lt;/a&gt;


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 <content:encoded>&lt;img src='https://www.andreas-venzke.de/sites/venzke/local/cache-vignettes/L99xH150/arton55-39f38.jpg?1678947063' class='spip_logo spip_logo_right' width='99' height='150' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Liebe junge Leser,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;ich wei&#223;, wie schwer es ist, euch zu erreichen &#8211; und euch &#252;berhaupt richtig anzusprechen. Weiter unten findet ihr ein paar Informationen &#252;ber mein neustes Buch &#252;ber Martin Luther. Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, wie man sich in eurem Alter f&#252;r ein solches Thema interessieren kann. Trotzdem wei&#223; ich, dass es etliche unter euch geben &lt;i&gt;muss&lt;/i&gt;, die vor einem solchen Buch bzw. einem solchen Thema nicht zur&#252;ckschrecken. Viele sind ja in eurem Alter auf Sinnsuche. Vielleicht passt ein solches Buch dann, &#252;ber Luther, die Religion, &#252;ber den Sinn des Lebens. (Immerhin ist es gleich nach Erscheinen von der &lt;i&gt;Deutschen Akademie f&#252;r Kinder- und Jugendliteratur e. V.&lt;/i&gt; als &#034;Buch des Monats&#034; ausgezeichnet worden.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hier also ein paar Informationen f&#252;r die von euch, die ganz einfach wissen wollen, worum es geht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In meinem neuen Buch geht es um Martin Luther. Der lebte vor 500 Jahren, stammte aus der Mitte Deutschlands und hatte Angst vor dem Tod. Denn der Tod lauerte damals &#252;berall. Es gab Pestseuchen, an denen die Menschen wie die Fliegen starben. Alle, ob jung oder alt, arm oder reich, mussten immer f&#252;rchten, am n&#228;chsten Tag unter der Erde zu liegen. Und sie mussten f&#252;rchten, dann in die H&#246;lle zu kommen. Denn alle glaubten an die Bibel und an das &#8222;Wort Gottes&#8220;. In der Bibel steht, dass die Menschen von Geburt an S&#252;nder sind und dass sie weiter S&#252;nden begehen. Am Ende des Lebens wird dann Gott entscheiden, ob man f&#252;r seine S&#252;nden in den Himmel oder die H&#246;lle kommt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Luther wollte so leben, dass er nicht in de H&#246;lle kommt. Daher wollte er es Gott v&#246;llig rechtmachen: Er ging ins Kloster. Dort versuchte er alles auszuschlie&#223;en, was s&#252;ndhaft sein k&#246;nnte. Aber er litt deswegen furchtbar. Er betete st&#228;ndig, er beichtete seine S&#252;nden, er a&#223; wenig oder gar nichts und versuchte, nicht an Frauen zu denken. Schlie&#223;lich fand er einen neuen Weg zu Gott. Er sagte sich, dass Gott kein r&#228;chender Gott ist, sondern ein gn&#228;diger. Man kann Gott nicht gefallen, wenn man immer versucht, es ihm recht zu machen. Man muss nur an ihn glauben. Dann ist man nach dem Tod gerettet und kommt nicht in die H&#246;lle. Denn Gott ist ein Gott der Gnade und nicht der Strafe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nun sagte aber die Kirche zu seiner Zeit, dass man mit Gott handeln k&#246;nnte: Wenn man &#8222;gute Werke&#8220; tat, also anderen Leuten half, viel betete, immer den Gottesdienst besuchte, dann w&#252;rde Gott einen daf&#252;r belohnen &#8211; und man w&#252;rde nicht in die H&#246;lle kommen. Es gab sogar H&#228;ndler, die einem das versprachen: Man musste daf&#252;r nur der Kirche in Rom Geld spenden. Das emp&#246;rte Luther so, dass er begann, gegen den Papst und die ganze Kirche zu wettern. Er schrieb einigen Gelehrten (in seinen 95 Thesen am 31. Oktober 1517) &#252;ber seine neuen Ansichten. Diese gefielen der Kirche gar nicht. Luther sollte davon Abstand nehmen. Das aber emp&#246;rte ihn erst recht. Er sah sich in seinem Urteil best&#228;tigt. Deswegen sprach er sich ganz offen gegen den Papst aus, den er nun sogar mit dem Teufel gleichsetzte. Also schloss ihn die Kirche aus ihrer Gemeinschaft aus. Luther musste fortan bef&#252;rchten, gefangen und hingerichtet zu werden. Er hatte aber inzwischen m&#228;chtige Besch&#252;tzer, die ihn in Sicherheit brachten. Luther blieb mit seinen Ideen am Leben ...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hier nun ein paar Gedanken zu meinem Buch, die etwas weiter f&#252;hren und etwas &#8222;theoretischer&#8220; sind:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist bestimmt nicht &#252;bertrieben, wenn man feststellt: Das Jahr 2017 wird sehr besonders, und zwar ganz abgesehen von allen politischen Umbr&#252;chen, die wohl anstehen. Der 500-j&#228;hrige Jahrestag der Reformation am 31. Oktober 2017 ist &lt;i&gt;das &lt;/i&gt; Ereignis. Es geht um den Zustand der christlichen Kirche, um ihre Aufspaltung, um neue Impulse f&#252;r den Glauben, um neue Fragestellungen &#8211; und vielleicht wieder neue Konflikte. Bezugspunkt wird immer eine Person sein: Martin Luther.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich hatte die Chance, mein erfolgreiches Buch &#252;ber den Reformator (&lt;i&gt;Luther und die Macht des Wortes&lt;/i&gt;) ganz neu herauszugeben, komplett &#252;berarbeitet, erweitert, aktualisiert und als Hardcover in wundersch&#246;ner Form neu gestaltet und gedruckt ...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dazu habe ich versucht, Luthers Leben noch konsequenter als das einer extremen Pers&#246;nlichkeit darzustellen: Da ist jemand auf der Suche nach dem richtigen, gottgef&#228;lligen Leben, mit dem Ziel, nicht in der H&#246;lle zu enden. Luther findet schlie&#223;lich eine L&#246;sung, eine theologische, die eigentlich eher sophistisch ist und sich auf eine Aussage von Paulus bezieht: Dass der Mensch gerecht wird allein durch den Glauben.&lt;br class='autobr' /&gt;
Weil Luther f&#252;r diese neue Glaubenslehre so sehr k&#228;mpft, wird er zum Eiferer, der sich am Ende fast notwendig betrogen vorkommen muss. Dabei geht er r&#252;cksichtslos gegen sich (als M&#246;nch), aber auch (als Reformator) gegen andere vor.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vor diesem Hintergrund stelle ich Luther im Grunde als einen Radikalen heraus. Er w&#228;hnt sich im Recht und ist davon &#252;berzeugt, den christlichen Glauben neu er- und gefunden zu haben. Als das aber l&#228;ngst nicht von allen akzeptiert wird, vom Vatikan nicht, von den Humanisten nicht (Erasmus von Rotterdam), auch nicht von religi&#246;sen Eiferern (Thomas M&#252;ntzer), besonders von den Juden nicht, die nicht einmal Jesus Christus anerkennen wollen, als sich auf der Grundlage seiner Lehre auch das allgemeine Volk emp&#246;rt und auf Erden Gerechtigkeit verlangt (Bauern), zeigt Luther ganz andere Seiten als die &#8222;christliche&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Luthers Leben und Glauben bewegen sich zwischen zwei Positionen: Einer geradezu absoluten Hingabe an das Wort Gottes und der Kritik an den kirchlichen Strukturen. Erst recht habe ich dazu bestimmte Aspekte betont, besonders die anschaulichen:
&lt;br /&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Die Angst vor Tod und H&#246;lle
&lt;br /&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Die Suche nach dem &#8222;richtigen&#8220; Glauben
&lt;br /&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Die Wucht des Kampfes gegen die r&#246;mische Kirche
&lt;br /&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Die Arbeit mit und an der Bibel (&#220;bersetzung)
&lt;br /&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Die gesellschaftlichen Konsequenzen der Reformation&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und noch st&#228;rker habe ich in der &#8222;Handlung&#8220;, also in der Darstellung von Luthers Leben, auch die Spannungselemente betont, vor allem in Form von Fragen, die sich Luther selbst gestellt hat: Wie kann der Mensch ein gottgef&#228;lliges Leben f&#252;hren, wie verhindern, nicht in die H&#246;lle zu kommen, was steht eigentlich genau in der Bibel, was f&#252;r ein Gott wird dort dargestellt (n&#228;mlich, so Luther, kein strafender), wie ist das alles zu verstehen?&lt;br class='autobr' /&gt;
Diese Art Fragen zu Luthers Leben beantworten sich auch immer durch seinen Charakter: Dieser w&#252;tende, polternde Mensch hat bis zum Schluss gek&#228;mpft, zuerst f&#252;r den &#8222;richtigen&#8220; Glauben, dann gegen die, die diesem entgegenstanden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am Ende entsteht ein zwiesp&#228;ltiges Bild zu Luther und seiner Lehre, und wiederum eine Frage: Kann solch ein Streiter f&#252;r das Wort Gottes heute (noch) Vorbild sein?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Buch ist an sich ein sch&#246;ner Ausdruck seiner Zeit. Ein halbes Jahrhundert vor dem Beginn der Reformation hatte Johannes Gutenberg den Buchdruck erfunden. Ohne diese Erfindung w&#228;re die Ausbreitung von Luthers Ideen gar nicht denkbar gewesen. Nun zeigt heute der Arena-Verlag, wozu der Buchdruck noch immer (besser: erst recht) in der Lage ist: Die Bedeutung dieser Erfindung im Namen Martin Luthers noch einmal besonders zu w&#252;rdigen. Das Buch ist ein kleines, aber feines Beispiel f&#252;r die weiterhin bestehende gro&#223;e Bedeutung der Buchdrucker&lt;i&gt;kunst&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
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&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='https://www.andreas-venzke.de/sites/venzke/IMG/jpg/dsc_6863.jpg' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/jpeg&#034;&gt; &lt;img src='https://www.andreas-venzke.de/sites/venzke/local/cache-vignettes/L500xH730/dsc_6863-1a970.jpg?1678906837' width='500' height='730' alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
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